Pheromonfallen für den Borkenkäfer - Monitoring und Fangzählung

Methodenleitfaden · 30. Juni 2026

Im Frühjahr, wenn die Fichtenbestände zum Leben erwachen, beginnen die Förster:innen ihre regelmäßigen Rundgänge zu den Fallen - sie schrauben die Behälter auf, schütten den Inhalt auf ein Sieb und zählen die kleinen, glänzenden Käfer. Eine scheinbar mühsame Tätigkeit, in Wahrheit aber eine der Säulen des Waldschutzes: Aus der Zahl der gefangenen Borkenkäfer liest man ab, wann der Schwärmflug einsetzt und ob die Population auf ein für den Bestand gefährliches Niveau steigt. Die Mitarbeitenden der Forstbetriebe, die dieses Monitoring führen, kämpfen einen leisen, beharrlichen Kampf um die Fichte - und tun das auf der Grundlage harter Zahlen.

Es ist von Natur aus eine Team- und Geländeaufgabe: Die Fallen gibt es zu Dutzenden, über die Abteilungen verstreut, fern von Wegen und Empfang, und sie müssen die ganze Schwärmsaison hindurch systematisch kontrolliert werden. Je reibungsloser die Zahlen von ihnen einfließen - und je früher ein beunruhigender Anstieg sichtbar wird - desto mehr lässt sich rechtzeitig tun, bevor der Käfer auf lebende Bäume übergeht.

Was wir messen und wozu

Der Kennwert ist die Zahl der gefangenen Käfer in der Falle, regelmäßig während der Schwärmzeit abgelesen. Die Reihen aufeinanderfolgender Kontrollen zeigen:

  • Zeitpunkt und Intensität des Schwärmflugs (wann er begann, wie stark),
  • den Populationstrend (steigend oder fallend).

Der Fang wird über das Volumen bestimmt, nicht Stück für Stück gezählt. Er wird in ein in cm³ skaliertes Gefäß geschüttet und nach der in der Forstschutzpraxis üblichen Regel umgerechnet:

FangvolumenZahl der Käfer
2,5 cm³100
25 cm³1 000
100 cm³4 000
250 cm³10 000

⚠️ Ein wichtiger Vorbehalt, der in Ratgebern selten steht: es gibt keine einheitliche amtliche Schwelle nach dem Muster „so viele Käfer = Maßnahme”. Der Fang sagt etwas über Zeitpunkt und Intensität des Schwärmflugs, die Entscheidung über Maßnahmen beruht dagegen auf etwas anderem - auf Zahl und Lage der befallenen Bäume sowie auf der Gefährdungsbewertung durch den zuständigen Forstschutzdienst. Wer im Fallenmonitoring eine Entscheidungsschwelle sucht, sucht etwas, das dieser Kennwert grundsätzlich nicht liefert: die Falle misst die fliegende Population, nicht den Befall des Bestandes.

Praktisch folgt daraus: die eigene Warnschwelle auf die Dynamik legen, nicht auf einen Absolutwert. Ein Sprung des Fangs gegenüber der vorherigen Kontrolle am selben Ort ist das Signal, dass der Schwärmflug anzieht und man im Bestand nach befallenen Bäumen suchen sollte - und diese Bäume, nicht die Zahl in der Falle, lösen Sanitärhiebe aus.

Wie man es führt - Schritt für Schritt

  1. Platziere die Fallen an festen, markierten Standorten nach den Grundsätzen des Waldschutzes.
  2. Kontrolliere regelmäßig in der Schwärmsaison (z. B. alle paar bis gut zehn Tage), je nach Wetter.
  3. Zähle den Fang in jeder Falle und notiere ihn samt Datum und Standort.
  4. Pflege die Fallen (Dispenser, Zustand) - eine vernachlässigte Falle unterschätzt das Ergebnis.
  5. Achte auf die Dynamik über die Saison und vergleiche sie mit den Warnschwellen.

Das Wetter treibt den Schwärmflug an

Die Aktivität des Borkenkäfers hängt stark von der Temperatur ab - warme Tage lösen den Schwärmflug aus und verstärken ihn. Deshalb sagen die Fangzahlen am meisten, wenn man sie dem Wetterverlauf gegenüberstellt: So versteht man die Ausschläge und kann die nächsten Wellen vorhersehen.

Die häufigsten Fehler

  • Unregelmäßige Kontrollen - sie verfehlen den Zeitpunkt und das Tempo des Schwärmflugs.
  • Vernachlässigte Fallen / ein alter Dispenser - ein zu niedriger, irreführender Fang.
  • Verstreute Notizen aus Dutzenden Fallen - Fehler und verlorene Reihen entstehen leicht.
  • Reaktion im Nachhinein - ohne ein frühes Signal über eine überschrittene Schwelle geht Zeit verloren.

Wie oft

In der Schwärmsaison systematisch, in festem Rhythmus und an denselben Standorten; die Häufigkeit an Wetter und Phase des Schwärmflugs angepasst. Die Wiederholbarkeit ist die Grundlage der Vergleiche.

Quellen

  • Monitoring- und Schutzregeln: Instrukcja Ochrony Lasu (Forstschutzanweisung der polnischen Staatsforsten) - Band II, PDF.
  • Kontrolltechnik, Fallenabstand und Volumenumrechnung (100 Stück = 2,5 cm³): Materialien der Forstschutzstelle Olsztyn - „Fichtenborkenkäfer”.
  • Die Gefährdungsbewertung des Bestandes obliegt dem zuständigen Forstschutzdienst, der dem Forstamt Empfehlungen gibt. Das eigene Monitoring ist Material für diese Bewertung, kein Ersatz.
  • Temperatur als Auslöser des Schwärmflugs: Stundendaten der nächstgelegenen Wetterstation.

Wie man sich die Aufgabe erleichtert

Das Fallen-Monitoring sind Dutzende Punkte, Dutzende Ablesungen über die Saison, im Gelände ohne Empfang - und eine Situation, in der eine frühe Warnung vor einer überschrittenen Schwelle einen ganzen Bestand wert ist. Das sind genau die zwei Dinge, in denen LimnoLog am stärksten ist.

LimnoLog:

  • Offline-Modus - du zählst an der Falle und erfasst ohne Empfang; die Daten fließen nach der Rückkehr ein.
  • Teamarbeit - ein gemeinsames Projekt mit Fallen als Stationen; Rollen für die Rundgänger:innen; jede:r trägt in dieselben Standorte und Sitzungen ein - ein vollständiger Datensatz für den Forstbetrieb.
  • Schwellenalarme - du legst eine Warnschwelle für die Fangzahl fest, und wenn eine Falle sie überschreitet, erhältst du eine E-Mail-Benachrichtigung - ein Signal, zu reagieren, bevor der Käfer auf lebende Bäume übergeht.
  • Konnektoren - du ziehst die Temperatur von IMGW-PIB neben den Fängen ein, sodass Schwärmwellen und Wetter ein lesbares Muster ergeben.
  • Das Ganze auf einem Diagramm, mit Export und Teilen per Link für Berichte.

Dasselbe System, in dem das Team über Gewässer oder Retention wacht, führt auch das Borkenkäfer-Monitoring - Zahlen, Schwellen und Wetter an einem Ort.

Erste Nutzer:innen verwenden es vorerst kostenlos und behalten den Zugang zu den Funktionen dauerhaft. Wenn du ein Borkenkäfer-Monitoring führst - schau es dir an und probiere es aus.

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