Wie man Daten für die statistische Analyse vorbereitet (R, STATISTICA)
Erfahrene Analyst:innen sagen halb im Scherz, dass 80 % der Zeit in der Analyse das Ordnen der Daten ist und nur 20 % das eigentliche Rechnen. Je besser du die Daten vorbereitest, desto weniger Mühe beim Laden in R, STATISTICA oder Python - und desto geringer das Risiko, dass das Ergebnis durch Chaos am Eingang falsch wird.
Das Prinzip: „aufgeräumte Daten” (tidy data)
Am bequemsten für die Analyse ist das lange Format:
- eine Zeile = eine Beobachtung (eine Messung),
- eine Spalte = eine Variable (Datum, Station, Indikator, Wert, Einheit),
- konsistente Spaltennamen, keine zusammengeführten Zellen und keine „zweistöckigen” Kopfzeilen.
Eine solche Anordnung lädst du ohne manuelle Nacharbeit in jedes Werkzeug (siehe auch langes vs. breites Format).
Dieselben Messungen in zwei Anordnungen
Eine Tabelle, die zum Eintragen bequem ist (Datum in der Kopfzeile, Parameter in der Kopfzeile - zwei Stockwerke Information):
| Messstelle | 10.05. O₂ | 10.05. pH | 14.06. O₂ | 14.06. pH |
|---|---|---|---|---|
| ST-1 | 8,2 | 7,4 | 6,9 | 7,1 |
| ST-2 | 7,8 | 7,6 | 5,4 | 7,3 |
Dieselben Daten analysefertig - Datum und Parameter sind aus der Kopfzeile in Spalten gewandert, die Zahl hat einen Dezimalpunkt, die Einheit reist mit dem Wert:
| date | station | parameter | value | unit |
|---|---|---|---|---|
| 2026-05-10 | ST-1 | O2 | 8.2 | mg/l |
| 2026-05-10 | ST-1 | pH | 7.4 | - |
| 2026-05-10 | ST-2 | O2 | 7.8 | mg/l |
| 2026-06-14 | ST-1 | O2 | 6.9 | mg/l |
Der Unterschied ist praktisch, nicht ästhetisch: ein dritter Termin kostet in der ersten Anordnung zwei neue Spalten und eine Korrektur in jedem Skript, in der zweiten nur neue Zeilen. Der Feldbogen darf wie der erste aussehen - nach R oder STATISTICA exportiere den zweiten.
Worauf man besonders achten sollte
- Konsistente Einheiten - ein Indikator = eine Einheit im ganzen Datensatz; sonst ergeben Mittelwerte keinen Sinn.
- Zahlenformat - für CSV verwende einen Punkt als Dezimaltrennzeichen und UTF-8; ein Dezimalkomma zerstört den Import in vielen Werkzeugen.
- Fehlende Daten - markiere sie eindeutig (z. B. eine leere Zelle /
NA), nicht mit Null - Null ist ein Wert. - Werte unter der Bestimmungsgrenze - lege eine Konvention fest und beschreibe sie (das ist ein häufiges Problem in Umweltdaten); von ihr hängen die Statistiken ab.
- Daten - ein eindeutiges Format (am besten
JJJJ-MM-TT), als Zeit behandelt.
Wiederholbarkeit
- Halte die Rohdaten getrennt von den transformierten - du kannst immer zur Quelle zurückkehren.
- Erfasse, was und wie berechnet wurde (sei es in einer Notiz), damit sich die Analyse reproduzieren lässt.
- CSV / UTF-8 ist das sicherste Format für den Austausch zwischen Programmen.
In der Praxis
Die wenigsten Fehler entstehen, wenn die Daten von Anfang an aufgeräumt sind - in festen Stationen, Sitzungen und Einheiten. LimnoLog hält die Messungen in dieser Struktur und exportiert sie nach Excel, bereit zur weiteren Verarbeitung, während einfachere Analysen und Diagramme du direkt in der App erstellst - und zu R oder STATISTICA für schwerere Statistik erst greifst, wenn du sie wirklich brauchst.
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