Fischmonitoring - Elektrobefischung Schritt für Schritt

Methodenleitfaden · 26. Juni 2026

Waten in der Strömung mit dem Team, in voller Konzentration - eine Person führt die Anode, andere keschern die betäubten Fische, jemand notiert Art und Länge, und dann kehrt alles ins Wasser zurück. Die Elektrobefischung ist eine jener Methoden, bei denen man sieht, dass das Erforschen der Natur mitunter ein gemeinsames Unterfangen ist: Sie verlangt Koordination, Vertrauen und eine gute Rollenverteilung. Die Ichthyolog:innen, Monitoringmitarbeitenden, Studierenden und Forschungsteams, die sie durchführen, leisten ein Stück harter, aber faszinierender Arbeit - denn die Fische erzählen nichts über den Zustand des Flusses, solange sie niemand zählt.

Es ist eine Methode von enormem Wert: Zusammensetzung und Bestand der Fischgemeinschaft sind einer der biologischen Indikatoren für den Gewässerzustand. Und da die Elektrobefischung meist auf abgelegenen Flussabschnitten im Gelände - ohne Empfang - und meist zu mehreren stattfindet, ist sie auch ein gutes Beispiel für eine Untersuchung, bei der eine gute Datenorganisation am meisten bringt: ein gemeinsamer Datensatz statt mehrerer Notizbücher, die danach mühsam zusammengeführt werden müssen.

Worum es geht

Die Elektrobefischung nutzt ein elektrisches Feld (Anode + Kathode), das die Fische kurzzeitig betäubt und es erlaubt, sie zu keschern, zu bestimmen, zu vermessen und sicher freizulassen. Sie dient der Bewertung der Fischgemeinschaft - Arten, Bestand, Größenstruktur.

⚠️ Dies ist eine Methode, die Berechtigungen, Genehmigungen und Schulung sowie Sicherheitsdisziplin (Strom im Wasser) erfordert. Sie wird ausschließlich von entsprechend vorbereiteten Teams durchgeführt.

Rollen im Team

Hier ist die Zusammenarbeit in die Methode eingeschrieben:

  • der/die Operator:in führt das Gerät (Rückengerät in watbaren Bächen, Bootsgerät an größeren Flüssen),
  • die Kescherer:innen fangen die betäubten Fische in Behälter,
  • die notierende Person erfasst Arten, Längen, Gewichte,
  • die Übrigen sorgen für die Hälterung und die sichere Rückkehr der Fische ins Wasser.

Wie es abläuft - Schritt für Schritt

  1. Wähle einen repräsentativen Abschnitt und lege seine Grenzen fest (mitunter mit Sperrnetzen).
  2. Wähle die Geräteparameter und führe systematische Durchgänge des Abschnitts durch.
  3. Keschere und sammle die betäubten Fische in Behältern mit Wasser.
  4. Bestimme die Arten, miss Längen und Gewichte, notiere - zügig, denn die Fische warten auf die Rückkehr.
  5. Lass die Fische wieder frei.
  6. Berechne aus den Daten die Gemeinschaftsmaße (Artenreichtum, Bestand, Struktur) und - falls die Methodik es verlangt - den entsprechenden Index.

Was wir notieren

Am häufigsten: Art, Anzahl, Länge, Gewicht, dem Abschnitt/Durchgang und dem Datum zugeordnet. Aus diesen Rohdaten entstehen später die Indikatoren des Zustands.

Die häufigsten Fehler

  • Ein nicht repräsentativer Abschnitt - ein untypisches Fragment verzerrt das Bild der Gemeinschaft.
  • Zu hastiges Bestimmen - Artverwechslungen und Zeitverlust auf Kosten der Fische.
  • Verstreute Notizen - zu mehreren entsteht leicht eine inkonsistente Erfassung, und Datensätze gehen verloren.
  • Fehlende Methodenkonstanz - vergleichen kann man nur Befischungen, die gleich durchgeführt wurden, am selben Ort.

Wie oft

Zyklisch, auf festen Abschnitten und unter vergleichbaren Bedingungen - nach dem festgelegten Monitoringplan. Die Wiederholbarkeit von Standort und Methode zählt mehr als die Häufigkeit.

Quellen und Vertiefung

Die Fischfauna ist ein biologisches Element der Bewertung des Gewässerzustands; die Methodiken der Befischung und Bewertung beschreiben Monitoringmaterialien (u. a. der polnischen GIOŚ) und die fischereiliche Literatur. Es lohnt sich, Fischdaten den Habitatparametern (Sauerstoff, Temperatur, Hydromorphologie) gegenüberzustellen.

Wie man sich die Aufgabe erleichtert

Die Elektrobefischung ist eine Team- und Geländeuntersuchung - also genau die Situation, in der verstreute Notizbücher und fehlender Empfang am meisten schaden. Hier zeigt LimnoLog zwei seiner stärksten Vorzüge.

LimnoLog - ein gemeinsames Projekt, ein Datensatz:

  • Offline-Modus - du erfasst direkt am Fluss, ohne Empfang; die Daten springen in die Cloud, sobald das Team wieder Empfang hat. Kein „ich tippe es abends ab”.
  • Teamarbeit - du legst ein gemeinsames Projekt an, lädst Mitglieder ein und vergibst Rollen (Koordinator:in / notierende Person / Beobachter:in). Jede:r trägt in dieselben Abschnitte und Sitzungen ein, alle sehen gemeinsame Daten - Schluss mit dem Zusammenführen mehrerer Tabellen.
  • Datenvalidierung - nach der Befischung kann der/die Koordinator:in die Sitzung prüfen und bestätigen (Qualitätskontrolle), bevor sie in die Auswertungen gelangt.
  • Eigene Parameter - Arten, Längen und Gewichte erfasst du als Parameter so bequem wie Sauerstoff oder pH; dann folgen Diagramm, Teilen per Link und Export zur weiteren Analyse.

Dasselbe System umfasst also Fische und Wasserparameter gleichermaßen für einen Abschnitt - das vollständige Bild des Flusses an einem Ort, vom ganzen Team geliefert.

Erste Nutzer:innen verwenden es vorerst kostenlos und behalten den Zugang zu den Funktionen dauerhaft. Wenn du Fischmonitoring betreibst - schau es dir an und probiere es aus.

← Alle Methoden