BMWP-PL - wie man den biotischen Makroinvertebraten-Index berechnet
Eine Untersuchung der benthischen Makroinvertebraten endet mit einer Liste von Organismen - und der BMWP-PL-Index verwandelt sie in eine einzige, vergleichbare Zahl, die die Wasserqualität beschreibt. Es ist einer der beliebtesten biotischen Indikatoren; es lohnt sich zu verstehen, wie er entsteht.
Die Idee: Punkte für jede Familie
BMWP (Biological Monitoring Working Party) beruht auf einem einfachen Gedanken: Jeder Familie der Makroinvertebraten wird eine Punktzahl zugewiesen, die ihre Empfindlichkeit gegenüber Verunreinigung widerspiegelt.
- empfindliche Familien (z. B. viele Eintags-, Stein- und Köcherfliegen) → hohe Punkte,
- tolerante Familien (z. B. einige Zuckmücken, Wenigborster) → niedrige Punkte.
BMWP-PL ist die an die polnische Fauna angepasste Version (mit entsprechend gewählter Familienbewertung).
Wie man ihn berechnet
- Bestimme die Organismen bis auf Familienebene.
- Für jede vorhandene Familie lies ihre Punktzahl aus der BMWP-PL-Tabelle ab.
- Summiere die Punkte aller Familien → das ist der BMWP.
- Berechne den ASPT (Average Score Per Taxon) = BMWP ÷ Zahl der bewerteten Familien.
Es zählt die Anwesenheit der Familien (nicht die Individuenzahl).
Wie man das Ergebnis liest
- hoher BMWP und ASPT → sauberes, gut durchlüftetes Wasser, reich an empfindlichen Familien,
- niedrige Werte → Belastung (meist mit organischer Substanz und Sauerstoffmangel).
Der ASPT ist oft stabiler als der BMWP allein, da er weniger von der Probengröße abhängt. Den größten Wert hat der Vergleich über die Zeit desselben Standorts und derselben Methode.
Die häufigsten Fallstricke
- ungenaue Bestimmung (bis zur Familie) - sie verändert das Ergebnis,
- unterschiedliche Probengröße/-methode - vergleiche nur gleich Gesammeltes,
- ein einzelnes Ergebnis als Urteil behandeln - es zählt der Trend.
In der Praxis
Die Rohdaten für den Index sind eine Liste von Familien aus einem Standort und einem Termin. In LimnoLog erfasst du sie als eigene Indikatoren (Familien / BMWP-Wert / ASPT) und verfolgst das Ergebnis über die Zeit neben den Wasserparametern. Was der Index selbst vor dem Hintergrund der anderen Elemente ist, beschreiben wir in den Elementen der Zustandsbewertung.
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