Eutrophierung und trophischer Zustand - wie die Fruchtbarkeit der Gewässer bewertet wird
Wenn es einen Prozess gibt, der denen, die sich um Seen kümmern, den Schlaf raubt, dann ist es die Eutrophierung - die allmähliche Anreicherung des Wassers mit Nährstoffen, die zu üppigem Algenwachstum, einem Rückgang der Sichttiefe und Sauerstoffdefiziten führt. Zu verstehen, was der trophische Zustand ist und wie man ihn beschreibt, ist der Schlüssel zur Deutung vieler Ergebnisse des Seenmonitorings.
Was Eutrophierung ist
Eutrophierung ist ein Anstieg der Fruchtbarkeit des Wassers, hauptsächlich angetrieben von Phosphor und Stickstoff. Ein Überschuss dieser Elemente - meist aus Abschwemmungen von Feldern, aus Abwasser oder der Bebauung des Einzugsgebiets - regt die Produktion von Algen und Pflanzen an. Zu den Folgen gehören Blüten (auch Cyanobakterienblüten), ein Rückgang der Sichttiefe und, beim Abbau der überschüssigen organischen Substanz, Sauerstoffdefizite, besonders am Grund. Eutrophierung kann natürlich (langsam) sein, doch ihre anthropogene Beschleunigung ist das eigentliche Problem.
Trophischer Zustand - eine Skala der Fruchtbarkeit
Der trophische Zustand beschreibt das Niveau der Fruchtbarkeit eines Gewässers. Klassisch unterscheidet man:
- oligotroph - nährstoffarm, Wasser klar, gut durchlüftet;
- mesotroph - mittel;
- eutroph - fruchtbar, anfällig für Blüten, mit Sauerstoffdefiziten am Grund;
- hypertroph - äußerst fruchtbar.
Womit man ihn misst
Den trophischen Zustand beschreiben mehrere verbundene Indikatoren:
- Gesamtphosphor und Gesamtstickstoff - die Elemente, die die Fruchtbarkeit antreiben,
- Chlorophyll-a - ein Maß für die Algenbiomasse,
- Sichttiefe - z. B. Messung mit der Secchi-Scheibe.
Die sie verbindenden Indizes (z. B. Carlsons TSI) verwandeln diese Größen in eine einzige, vergleichbare Zahl. In der Praxis sind Signale der Eutrophierung auch sich verstärkende Cyanobakterienblüten und ein Rückgang der Durchlüftung.
Der Zusammenhang mit der Bewertung des Gewässerzustands
Die Nährstoffe und ihre Folgen gehören zu den unterstützenden Elementen der Bewertung des ökologischen Zustands (mehr im Artikel über die Elemente der Bewertung). Eine starke Eutrophierung „zieht” die Zustandsklasse meist nach unten - deshalb ist die Begrenzung des Zuflusses von Phosphor und Stickstoff eines der Hauptziele des Gewässerschutzes.
In der Praxis
Das Bild der Eutrophierung baut sich aus einer Reihe von Messungen mehrerer Indikatoren zugleich auf - Nährstoffe, Chlorophyll, Sichttiefe und Sauerstoff - über die Saison und über die Jahre verglichen. Wenn du ein solches Monitoring führst, erlaubt LimnoLog es, diese Indikatoren in einem Projekt zu halten und ihren Trend auf einem gemeinsamen Diagramm zu beobachten. Wie sich die Fruchtbarkeit in die Zustandsklassen einfügt, beschreiben wir im Artikel Klassen und Zustand der Wasserqualität.
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